BEI_NRW Bedarfsermittlung

BEI_NRW Bedarfsermittlung vorbereiten: Ablauf, Lebensbereiche, Tipps für das Gespräch beim LVR oder LWL. Kostenlose Beratung durch AssistenzPlus.

Stand: März 2026

Was ist BEI_NRW?

BEI_NRW steht für Bedarfsermittlungsinstrument Nordrhein-Westfalen. Es ist das standardisierte Verfahren, mit dem LVR und LWL den individuellen Unterstützungsbedarf ermitteln. Das BEI_NRW basiert auf der ICF (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit) und fragt nach den konkreten Auswirkungen der Behinderung auf den Alltag.

Das BEI_NRW wird im Rahmen des Gesamtplanverfahrens eingesetzt. Das Ergebnis bestimmt direkt, welche Leistungen Sie erhalten und in welchem Umfang.

Welche Lebensbereiche werden abgefragt?

Das BEI_NRW orientiert sich an den neun Lebensbereichen der ICF:

Für jeden Bereich werden Barrieren, Ressourcen und Förderfaktoren erfasst.

Wie läuft das Bedarfsermittlungsgespräch ab?

Das BEI_NRW-Gespräch ist ein persönliches Treffen mit einem Sachbearbeiter des LVR oder LWL:

  1. Einladung: Schriftliche Einladung. Das Gespräch findet bei Ihnen zu Hause, in der Regionaldirektion oder an einem neutralen Ort statt.
  2. Vertrauensperson: Sie dürfen eine Person Ihres Vertrauens mitbringen (Angehöriger, Betreuer oder AssistenzPlus-Mitarbeiter).
  3. Gespräch: Der Sachbearbeiter geht die neun Lebensbereiche durch. Dauer: 60 bis 120 Minuten.
  4. Dokumentation: Ergebnisse im BEI_NRW-Bogen. Sie haben das Recht auf Einsicht und Korrekturen.
  5. Gesamtplan: Auf Basis des BEI_NRW wird der Gesamtplan mit Leistungen und Stundenumfang erstellt.

Wie bereite ich mich optimal vor?

Wer seinen Bedarf konkret beschreiben kann, erhält passgenauere Leistungen:

AssistenzPlus begleitet Sie zum BEI_NRW-Gespräch und hilft bei der Vorbereitung.

Was passiert nach dem Gespräch?

Nach dem BEI_NRW-Gespräch erstellt der Kostenträger den Gesamtplan mit Zielen, Bedarf, Leistungen und Stundenumfang. Sie erhalten den Gesamtplan zur Stellungnahme. Wenn Sie nicht einverstanden sind, können Sie Widerspruch einlegen.

In NRW liegen die Stundensätze für Assistenz bei 33 bis 45 €. Die Bedarfsermittlung wird regelmäßig fortgeschrieben (alle 1 bis 2 Jahre). Erfahren Sie mehr über das Persönliche Budget.

Häufige Fragen: BEI_NRW Bedarfsermittlung

Was passiert, wenn ich zum Gespräch nicht erscheine?
Sagen Sie rechtzeitig ab und bitten Sie um einen neuen Termin. Bei wiederholtem Nichterscheinen kann der Kostenträger die Mitwirkung anmahnen und im schlimmsten Fall den Antrag ablehnen.
Darf ich das Gespräch aufzeichnen?
Eine Tonaufnahme ohne Zustimmung des Sachbearbeiters ist nicht zulässig. Sie dürfen aber eine Vertrauensperson mitbringen, die sich Notizen macht, und haben das Recht auf Einsicht in den BEI_NRW-Bogen.
Wie oft wird die Bedarfsermittlung wiederholt?
In der Regel alle 1 bis 2 Jahre. Bei wesentlichen Änderungen Ihrer Lebenssituation können Sie jederzeit eine vorzeitige Fortschreibung beantragen.
Kann AssistenzPlus mich zum Gespräch begleiten?
Ja. Sie haben das Recht, eine Person Ihres Vertrauens mitzubringen. AssistenzPlus kennt das BEI_NRW-Verfahren aus der Praxis und sorgt dafür, dass alle relevanten Bedarfe angesprochen werden. Die Begleitung ist kostenlos.
Was ist der Unterschied zwischen BEI_NRW und Pflegebegutachtung?
Das BEI_NRW ermittelt den Bedarf an Eingliederungshilfe (SGB IX) und fragt nach Teilhabe. Die Pflegebegutachtung durch den MDK ermittelt den Pflegegrad (SGB XI) und konzentriert sich auf den Pflegebedarf. Beide Verfahren sind unabhängig voneinander.
Bestimmt das BEI_NRW, wie viele Stunden Assistenz ich bekomme?
Das BEI_NRW ermittelt Ihren Bedarf in den neun Lebensbereichen. Auf Basis des Bedarfs legt der Kostenträger im Gesamtplan den Stundenumfang fest. Je konkreter Sie Ihren Bedarf beschreiben, desto passgenauer fällt die Bewilligung aus.

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