Freizeitassistenz
Freizeitassistenz: Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
Freizeitassistenz begleitet Sie dahin, wo Sie hinwollen: ins Kino, zum Sport, zu Freundinnen und Freunden oder in den Urlaub. Sie planen, Ihre Assistenz kommt mit.
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Von der AssistenzPlus-Fachredaktion · Stand: Juni 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Rechtsgrundlage
- Soziale Teilhabe, § 113 SGB IX
- Wer zahlt
- LVR / LWL (NRW), LWV (Hessen)
- Eigenanteil
- meist 0 €
- Umfang
- nach Bedarf, auch abends und am Wochenende
- Antragshilfe
- inklusive
Im Alltag
So sieht Freizeitassistenz im Alltag aus
Sie bestimmen, wobei und wann Sie Unterstützung möchten. Ein paar typische Situationen:
Konzert oder Kino am Wochenende
Tickets, Anfahrt, Garderobe, Platz: Ihre Assistenz kümmert sich um die Hürden, Sie um den Abend.
Schwimmbad, Fitness, Verein
Begleitung ins Wasser, an die Geräte oder zum Training. Umziehen und Transfers inklusive.
Freundinnen und Freunde treffen
Spontan ins Café, zum Geburtstag oder zur Familienfeier. Die Assistenz hält sich im Hintergrund.
Urlaub und Tagesausflüge
Von der Planung über die Anreise bis zur Rückkehr: Reisen mit Assistenz, auch mehrtägig.
Vereins- und Ehrenamtstermine
Chor, Gemeinde, Sportverein, Selbsthilfegruppe: Sie bleiben aktiv, wo Sie dazugehören.
Stadtbummel und Einkaufen
Kleidung anprobieren, Geschenke suchen, den Markt besuchen. Ganz ohne Zeitdruck.
Kosten und Antrag
Was kostet Sie das? Kurz gesagt: nichts.
Die kurzen Antworten zuerst. Details stehen im Info-Zentrum zum Persönlichen Budget.
Was kostet mich die Assistenz?
0 €
Die Eingliederungshilfe übernimmt die Kosten. Ein Eigenanteil fällt nur bei höherem Einkommen an, Ihr Vermögen ist bis 71.190 € geschützt.
Muss ich mein Vermögen einsetzen?
Nein
Bis 71.190 € bleibt Ihr Vermögen unangetastet (§ 139 SGB IX). Einkommen und Vermögen von Partnerin oder Partner werden seit 2020 nicht angerechnet.
Hilft AssistenzPlus beim Antrag?
Ja
Wir übernehmen Antrag, Unterlagen und die Kommunikation mit dem Kostenträger. Für Sie ist das kostenlos.
Ehrlich gesagt
Was nicht übernommen wird
Damit es später keine Überraschungen gibt.
- Eintrittskarten, Fahrkarten und Verpflegung für Sie selbst
- Medizinische Behandlungspflege, das ist Aufgabe der Krankenkasse
- Leistungen, die bereits ein anderer Träger übernimmt
Zum Mitmachen
Ihre Checkliste für den Erstantrag
Diese Unterlagen braucht der Kostenträger für die Freizeitassistenz. Haken Sie ab, was Sie schon haben. Ihr Browser merkt sich den Stand.
- Aktuelle ärztliche Befunde und Stellungnahmen mit konkretem Hilfebedarf
- Schwerbehindertenausweis oder GdB-Bescheid, falls vorhanden
- Reha- oder Krankenhausberichte, falls vorhanden
- Einkommensnachweise (Partnereinkommen zählt nicht)
- Beschreibung eines typischen Tagesablaufs: Wo fehlt Hilfe?
- Bei rechtlicher Betreuung: Betreuerausweis oder Vollmacht
- Pflegegrad-Bescheid, falls vorhanden (Leistungen sind kombinierbar)
Schritt für Schritt
Der Weg zur Freizeitassistenz
In fünf Schritten von der ersten Frage bis zur bewilligten Assistenz. Wir begleiten Sie durch jeden davon.
Beratung nutzen
Kostenlose Erstberatung bei AssistenzPlus oder einer EUTB-Stelle. Wir klären Bedarf und Zuständigkeit.
Antrag stellen
Ein formloser Antrag genügt (NRW: LVR/LWL, Hessen: LWV, RLP: Kreis- oder Stadtverwaltung, die in eigenem Namen entscheidet). Er sichert das Antragsdatum, denn Leistungen gibt es frühestens ab dem Antragsmonat (§ 108 SGB IX).
Unterlagen einreichen
Befunde, Bescheide und Nachweise gesammelt nachreichen. Die Checkliste oben zeigt, was Sie brauchen.
Bedarfsermittlung wahrnehmen
Gespräch zu Ihrem Unterstützungsbedarf. Eine Vertrauensperson darf teilnehmen, der Termin kann zu Hause stattfinden.
Bescheid prüfen
Stunden, Leistungsform und Zeitraum kontrollieren. Bei Ablehnung oder zu wenigen Stunden: Widerspruch innerhalb eines Monats.
Das übernehmen wir
Sie müssen das nicht allein machen
- Antrag formulieren und einreichen
- Unterlagen sortieren und nachreichen
- Begleitung zur Bedarfsermittlung
Kostenlos für Sie. Der Kostenträger vergütet die Assistenz, die Antragsbegleitung ist Teil unseres Angebots.
Ausführliche Informationen
Ausführliche Informationen zur Freizeitassistenz
Was ist Freizeitassistenz?
Freizeitassistenz ist eine Leistung zur sozialen Teilhabe (§ 113 SGB IX), die Menschen mit Behinderung die gleichberechtigte Teilnahme an Kultur, Sport, Reisen und sozialen Aktivitäten ermöglicht. Die Kosten übernimmt die Eingliederungshilfe (LVR/LWL in NRW), solange Einkommen und Vermögen unter den Grenzen liegen. Ihre Assistenzkraft begleitet Sie überall dorthin, wo Sie sein möchten: ins Fußballstadion, zum Konzert oder auf Reisen. Sie entscheiden, die Assistenzkraft macht es möglich.
Wer hat Anspruch auf Freizeitassistenz?
Anspruch haben alle Menschen mit Behinderung, die Leistungen der Eingliederungshilfe beziehen und für Freizeitaktivitäten auf Unterstützung angewiesen sind. Artikel 30 der UN-Behindertenrechtskonvention garantiert das Recht auf gleichberechtigte Teilnahme an Kultur, Erholung, Freizeit und Sport. Bei Kindern und Jugendlichen zählen Einkommen und Vermögen der Eltern im Haushalt (§ 136 Abs. 1 und § 140 Abs. 1 SGB IX), die Einkommensgrenze liegt dafür um 75 Prozent der Bezugsgröße höher (§ 136 Abs. 5 SGB IX). Für Kinder, die noch nicht eingeschult sind, fällt kein Beitrag an (§ 138 Abs. 1 Nr. 7 SGB IX). Für Erwachsene gilt der Vermögensfreibetrag von 71.190 € (2026).
Welche Leistungen umfasst Freizeitassistenz?
Freizeitassistenz deckt alle Aktivitäten außerhalb von Arbeit, Studium und Haushalt ab. Auch mehrtägige Reisen sind möglich. Konkret bei AssistenzPlus:
- Begleitung zu Konzerten, Theatervorstellungen, Museen und Sportveranstaltungen
- Unterstützung bei Vereinsaktivitäten und ehrenamtlichem Engagement
- Assistenz bei Tagesausflügen und mehrtägigen Reisen
- Begleitung zu Treffen mit Freunden, Familienfeiern und sozialen Anlässen
- Unterstützung bei Hobbys wie Gartenarbeit, Kochen oder Kreativkursen
Wie wird Freizeitassistenz finanziert?
Die Eingliederungshilfe finanziert Freizeitassistenz als Leistung zur sozialen Teilhabe. In NRW übernehmen LVR (Rheinland) oder LWL (Westfalen-Lippe) die Kosten. Sie erhalten die Leistung als Sachleistung oder als Persönliches Budget (§ 29 SGB IX). Der Unterschied liegt in der Abrechnung: Beim Persönlichen Budget bezahlen Sie den Dienst selbst und weisen die Verwendung nach. Wann und wo die Assistenz stattfindet, bestimmen Sie in beiden Fällen (§ 78 Abs. 2 SGB IX). AssistenzPlus übernimmt Antragstellung und Abrechnung. Für Sie fallen keine Kosten an, solange Einkommen und Vermögen unter den Grenzen liegen.
Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Beratung oder informieren Sie sich im Info-Zentrum zum Persönlichen Budget.
FAQ
Häufige Fragen zur Freizeitassistenz
- Wird Freizeitassistenz von der Eingliederungshilfe bezahlt?
- Ja. Freizeitassistenz zählt zu den Leistungen zur sozialen Teilhabe und wird über die Eingliederungshilfe finanziert. In NRW übernehmen der LVR oder LWL die Kosten. Die Leistung kann als Sachleistung oder über das Persönliche Budget beantragt werden.
- Kann ich mit Freizeitassistenz auch verreisen?
- Ja. Tagesausflüge, Wochenendtrips und Urlaubsreisen sind möglich. Die Assistenzkraft begleitet Sie und unterstützt bei allen Aktivitäten unterwegs. Die Reisekosten der Assistenzkraft (Fahrt, Unterkunft) können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls über die Eingliederungshilfe abgerechnet werden.
- Wie viele Stunden Freizeitassistenz stehen mir zu?
- Der Umfang richtet sich nach Ihrem individuellen Bedarf und wird im Rahmen der Bedarfsermittlung durch den LVR oder LWL festgelegt. AssistenzPlus berät Sie vorab und unterstützt Sie dabei, ein angemessenes Stundenkontingent bewilligt zu bekommen.
- Was ist die Freizeitassistenz-Pauschale?
- Einige Eingliederungshilfeträger bieten pauschale Geldleistungen für Freizeitassistenz. In Hamburg liegt die Pauschale bei 260 €/Monat, in Oberbayern bei 625,95 €/Monat. In NRW wird der Bedarf individuell im Gesamtplanverfahren festgestellt, eine einheitliche NRW-Pauschale gibt es nicht.
- Wer hat Anspruch auf Freizeitassistenz?
- Anspruchsberechtigt sind Menschen mit Behinderung, die Leistungen der Eingliederungshilfe beziehen und für ihre Freizeitgestaltung auf Unterstützung angewiesen sind. Maßstab sind die Freizeitaktivitäten von Menschen ohne Behinderung. Es geht um gleichberechtigte Teilhabe, nicht um Luxus.
- Gibt es Freizeitassistenz für Kinder?
- Ja, Kinder und Jugendliche mit Behinderung haben Anspruch auf Freizeitassistenz (§ 113 SGB IX). Die Assistenzkraft begleitet zu Spielplätzen, Vereinen, Kindergeburtstagen oder Ferienfreizeiten. Ob ein Beitrag anfällt, hängt vom Einkommen der Eltern ab, für Kinder im Elternhaus gilt eine höhere Einkommensgrenze (§ 136 Abs. 1 und 5 SGB IX). Für Kinder vor der Einschulung fällt kein Beitrag an (§ 138 Abs. 1 Nr. 7 SGB IX).
Ratgeber zum Thema
Ausführliche Artikel zur Freizeitassistenz und zum Antrag, verständlich erklärt.
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