Aktivrente 2026: Was Assistenznutzer wissen müssen
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland die sogenannte Aktivrente. Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und weiterarbeitet, kann bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei hinzuverdienen. Klingt verlockend. Für Menschen mit Behinderung, die Eingliederungshilfe beziehen, lohnt ein genauer Blick auf die Einkommensregeln.
Was ist die Aktivrente genau?
Die Aktivrente ist kein neuer Rententyp, sondern ein Steuerfreibetrag. Der Bundestag hat sie als Teil des Rentenpakets 2025 beschlossen, der Bundesrat stimmte am 19. Dezember 2025 zu. Seit Januar 2026 gilt: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihre Regelaltersgrenze erreicht haben und weiter sozialversicherungspflichtig arbeiten, können bis zu 2.000 Euro pro Monat steuerfrei verdienen. Das sind 24.000 Euro im Jahr. Der Freibetrag wird automatisch bei der Lohnabrechnung berücksichtigt.
Wer profitiert von der Aktivrente?
Die Aktivrente steht allen offen, die ihre Regelaltersgrenze erreicht haben. Für den Jahrgang 1959 liegt diese bei 66 Jahren und 2 Monaten, für den Jahrgang 1960 bei 66 Jahren und 4 Monaten. Ab dem Jahrgang 1964 gilt einheitlich das Alter von 67 Jahren. Wer schwerbehindert ist, kann früher in Rente gehen. Die Werte dazu stehen in unserer Übersicht zur Altersrente für Schwerbehinderte.
Voraussetzung ist eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Minijobs, selbstständige Tätigkeiten und freiberufliche Arbeit sind ausgeschlossen. Der Freibetrag greift nur für Arbeitslohn, nicht für Honorare oder Gewerbeeinkünfte.
Was gilt für Bezieher einer Erwerbsminderungsrente?
Hier kommt die Einschränkung, die viele betrifft: Die Aktivrente gilt nicht für Menschen, die eine Erwerbsminderungsrente beziehen und die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben. Erst wenn die EM-Rente automatisch in eine Regelaltersrente umgewandelt wird, greift der Steuerfreibetrag.
Für EM-Rentner gelten weiterhin die bisherigen Hinzuverdienstgrenzen. Bei voller Erwerbsminderung liegt die Grenze 2026 bei 20.763,75 Euro pro Jahr. Bei teilweiser Erwerbsminderung sind es mindestens 41.527,50 Euro jährlich. Diese Grenzen beziehen sich auf das gesamte Kalenderjahr und können flexibel verteilt werden.
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Wie wirkt sich die Aktivrente auf die Eingliederungshilfe aus?
Für Bezieher von Eingliederungshilfe ist die Aktivrente beim Eigenbeitrag eine gute Nachricht. Den Beitrag aus dem Einkommen berechnet der Träger nach der Summe der Einkünfte im Sinne von § 2 Abs. 2 EStG, bei Renten nach der Bruttorente, in der Regel aus dem vorletzten Jahr (§ 135 SGB IX). Der Arbeitslohn, der nach § 3 Nr. 21 EStG steuerfrei ist, gehört nicht zu diesen Einkünften. Für andere Gesetze rechnet § 2 Abs. 5a EStG nur bestimmte steuerfreie Beträge wieder hinzu, die Aktivrente ist nicht darunter. Nach dem Gesetzeswortlaut erhöht der steuerfreie Zusatzverdienst bis 24.000 Euro im Jahr Ihren Eigenbeitrag deshalb nicht.
Für die Rente selbst gilt das nicht: Die Bruttorente zählt voll. Stammt Ihr Einkommen überwiegend aus Renten, liegt die Grenze 2026 bei 60 Prozent der Bezugsgröße, also 28.476 Euro im Jahr (§ 136 Abs. 2 SGB IX). Wer darüber liegt, zahlt monatlich 2 Prozent des übersteigenden Betrags, abgerundet auf volle 10 Euro (§ 137 SGB IX). Arbeitslohn über 24.000 Euro im Jahr ist wieder steuerpflichtig und zählt dann mit. Der Vermögensfreibetrag liegt 2026 bei 71.190 Euro (§ 139 SGB IX), Partnereinkommen wird seit 2020 nicht mehr angerechnet.
Konkret heißt das: Ob ein Beitrag anfällt, hängt vor allem von der Höhe Ihrer Rente ab, nicht vom steuerfreien Zusatzverdienst. Was Sie davon ansparen, gehört allerdings zum Vermögen und bleibt nur bis 71.190 Euro geschützt. Weil die Aktivrente neu ist, lohnt es sich, den nächsten Bescheid genau zu prüfen.
Persönliche Assistenz und die Aktivrente
Für Klienten von AssistenzPlus, die das Rentenalter erreicht haben und weiterarbeiten, kann die Aktivrente eine spürbare Entlastung sein. Bis zu 24.000 Euro zusätzlich im Jahr, ohne Steuerabzug. Gleichzeitig bleibt die Assistenz gesichert, als Sachleistung ebenso wie über das Persönliche Budget. Der Anspruch auf Alltagsassistenz, Freizeitassistenz oder 24-Stunden-Assistenz hängt nicht vom Erwerbseinkommen ab, das Einkommen entscheidet nur über einen möglichen Eigenbeitrag.
Wer unsicher ist, ob und wie sich die Aktivrente auf den eigenen Eigenbeitrag auswirkt, sollte rechtzeitig mit dem Kostenträger sprechen. Wir von AssistenzPlus unterstützen Sie bei allen Fragen rund um das Persönliche Budget und die Einkommensanrechnung. Wobei eine Assistenz neben Beruf oder Rente im Alltag hilft, beschreibt unsere Seite zur Alltagsassistenz.
Mehr Informationen zum Persönlichen Budget finden Sie in unserem Info-Zentrum. Bei Fragen steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung: Nehmen Sie Kontakt auf.
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