Wanderausstellung Persönliches Budget in NRW gestartet
Seit dem 2. März 2026 tourt eine Wanderausstellung zum Persönlichen Budget durch den Ennepe-Ruhr-Kreis. Die kreisweite Kampagne will Menschen mit Behinderung über ihre Rechte aufklären und zeigen, wie sie ihre Unterstützung selbst gestalten können. Fünf Städte stehen auf dem Programm: Schwelm, Wetter (Ruhr), Herdecke, Hattingen und Witten.
Persönliches Budget: Was Menschen mit Behinderung wissen sollten
Das Persönliche Budget gibt es seit 2008 als Rechtsanspruch. Trotzdem wissen viele Betroffene bis heute nicht, dass sie Leistungen der Eingliederungshilfe auch als Geldleistung erhalten können. Der Unterschied zur Sachleistung liegt vor allem in der Abrechnung: Budgetnehmerinnen und Budgetnehmer bezahlen ihren Dienst selbst und weisen die Verwendung gegenüber dem Kostenträger nach. Den Assistenzdienst wählen sie in beiden Modellen selbst. Genau hier setzt die Kampagne des Ennepe-Ruhr-Kreises an.
Die Ausstellung erklärt anschaulich, was das Persönliche Budget ist, wie die Beantragung funktioniert und welche Vorteile es bietet. Ergänzt wird das Angebot durch Informationsveranstaltungen vor Ort und eine geplante Fachtagung, die sich an Betroffene, Angehörige und Fachkräfte richtet.
Fünf Stationen in NRW: Wo die Ausstellung Halt macht
Die Wanderausstellung ist an folgenden Standorten zu sehen:
- Schwelm
- Wetter (Ruhr)
- Herdecke
- Hattingen
- Witten
An jeder Station gibt es neben der Ausstellung auch persönliche Beratungsangebote. Fachleute beantworten Fragen rund um Antragstellung, Budgetbemessung und Verwendungsnachweise. Gerade diese praktischen Hürden halten viele Menschen davon ab, das Persönliche Budget zu beantragen. Laut Schätzungen nutzen bundesweit nur rund 80.000 Menschen diese Leistungsform, obwohl deutlich mehr Anspruch hätten.
Die Veranstaltungen richten sich bewusst an ein breites Publikum. Neben Betroffenen und Angehörigen sind auch Betreuerinnen und Betreuer, Sozialarbeiter sowie Mitarbeitende von Beratungsstellen eingeladen. Denn das Persönliche Budget funktioniert nur dann gut, wenn alle Beteiligten die Rahmenbedingungen kennen und zusammenarbeiten.
Warum das Persönliche Budget noch zu wenig genutzt wird
Die Gründe für die geringe Nutzung sind vielfältig. Viele Betroffene kennen die Möglichkeit schlicht nicht. Andere schrecken vor dem Verwaltungsaufwand zurück. Wieder andere berichten, dass Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter sie nicht aktiv auf das Persönliche Budget hinweisen oder sogar davon abraten. Das widerspricht dem gesetzlichen Auftrag: Leistungsträger sind nach § 29 SGB IX verpflichtet, über das Persönliche Budget zu informieren.
Initiativen wie die Wanderausstellung im Ennepe-Ruhr-Kreis sind deshalb ein wichtiger Schritt. Sie bringen das Thema dorthin, wo die Menschen leben. Nicht in eine Behörde, sondern in Rathäuser, Bürgerhäuser und öffentliche Räume. Das senkt die Hemmschwelle und macht Teilhabe greifbar.
NRW gehört zu den Bundesländern mit den meisten Budgetnehmern. Trotzdem gibt es auch hier noch großen Nachholbedarf. Besonders in ländlicheren Regionen fehlt oft die Infrastruktur, um das Budget sinnvoll einzusetzen. Qualifizierte Assistenzkräfte zu finden und den organisatorischen Aufwand zu bewältigen, stellt viele vor Herausforderungen.
AssistenzPlus unterstützt beim Persönlichen Budget
Als Assistenzdienst in NRW begleitet AssistenzPlus Menschen mit Behinderung bei genau diesen Fragen. Von der ersten Orientierung über die Antragstellung bis zur konkreten Umsetzung im Alltag. Wer Persönliche Assistenz über das Persönliche Budget organisieren möchte, findet bei AssistenzPlus erfahrene Ansprechpartner. Alle Informationen zum Persönlichen Budget sind im Budget-Info-Zentrum zusammengefasst. Für individuelle Fragen steht das Team über die Kontaktseite zur Verfügung.
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