Extra Geld bei Schwerbehinderung 2026: Alle Leistungen
GdB 80, Pflegegrad 3, Merkzeichen G: Allein aus Pauschbetrag, Pflegegeld und Steuerermäßigungen kommen jährlich über 12.000 Euro zusammen. Trotzdem verzichten viele Menschen mit Schwerbehinderung auf Leistungen, die ihnen zustehen. Die Beträge verteilen sich auf verschiedene Gesetzbücher und Kostenträger. Dieser Artikel listet alle Geldleistungen 2026 mit konkreten Beträgen auf.
Behindertenpauschbetrag: Steuervorteil nach Grad der Behinderung
Der Behindertenpauschbetrag reicht von 384 Euro (GdB 20) bis 7.400 Euro (Merkzeichen H/Bl/TBl) pro Jahr. Alle Beträge in der kompletten Tabelle nach GdB.
Pflegegeld und Pflegesachleistungen 2026
Wer einen Pflegegrad hat und zu Hause gepflegt wird, erhält Pflegegeld. Die Beträge wurden zum 1. Januar 2025 um 4,5 Prozent angehoben und gelten 2026 unverändert fort:
- Pflegegrad 1: kein Pflegegeld, nur Entlastungsbetrag (131 € monatlich)
- Pflegegrad 2: 347 € monatlich
- Pflegegrad 3: 599 € monatlich
- Pflegegrad 4: 800 € monatlich
- Pflegegrad 5: 990 € monatlich
Alternativ stehen Pflegesachleistungen für ambulante Pflegedienste zur Verfügung: bis zu 796 € (Pflegegrad 2), 1.497 € (Pflegegrad 3), 1.859 € (Pflegegrad 4) oder 2.299 € (Pflegegrad 5) monatlich. Pflegegeld und Sachleistungen lassen sich als Kombinationsleistung anteilig verbinden. Der Entlastungsbetrag von 131 € monatlich steht allen Pflegegraden zu und kann für anerkannte Alltagsangebote verwendet werden.
Eingliederungshilfe und Persönliches Budget
Wer über die Pflege hinaus Unterstützung bei Teilhabe braucht, kann Leistungen der Eingliederungshilfe nach SGB IX beantragen. Das betrifft Assistenz im Alltag, bei der Arbeit, im Studium oder in der Freizeit. In NRW sind der LVR (Rheinland) und der LWL (Westfalen-Lippe) die zuständigen Kostenträger.
Der Vermögensfreibetrag liegt 2026 bei 71.190 Euro, Partnereinkommen wird nicht angerechnet. Alle Details zu Freibeträgen, Einkommensgrenzen und Eigenanteil.
Die Eingliederungshilfe kann als Sachleistung oder als Persönliches Budget (§ 29 SGB IX) in Anspruch genommen werden. Der Unterschied zur Sachleistung liegt vor allem in der Abrechnung: Beim Persönlichen Budget bezahlen Betroffene den Assistenzdienst selbst und weisen die Verwendung gegenüber dem Kostenträger nach. Das Wunsch- und Wahlrecht gilt in beiden Modellen (§ 104 Abs. 2 SGB IX). Bei der Sachleistung kommen aber grundsätzlich nur Dienste mit einer Vereinbarung nach § 123 SGB IX in Frage. Die Arbeitsassistenz wird über das Integrationsamt finanziert und ist einkommensunabhängig (§ 185 SGB IX).
Sie möchten Persönliche Assistenz über das Budget finanzieren? AssistenzPlus übernimmt die komplette Abwicklung: Antragstellung, Abrechnung und Koordination Ihrer Assistenzkräfte in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz. Jetzt kostenlos beraten lassen oder mehr erfahren im Budget-Info-Zentrum.
Verhinderungspflege und Blindengeld NRW
Zwei Leistungen werden besonders häufig übersehen:
Verhinderungspflege: Fällt die Pflegeperson vorübergehend aus (Urlaub, Krankheit), übernimmt die Pflegekasse die Kosten für eine Ersatzpflege. Seit dem 1. Juli 2025 bilden Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege ab Pflegegrad 2 einen gemeinsamen Jahresbetrag von 3.539 € pro Jahr (§ 42a SGB XI), den Sie flexibel auf beide Leistungen verteilen können. Viele Betroffene rufen diesen Anspruch nie ab. Wie Antrag und Abrechnung funktionieren, zeigt unser Ratgeber zur Verhinderungspflege.
Landesblindengeld NRW: Blinde Erwachsene unter 60 Jahren erhalten in NRW ein Blindengeld von 951,92 € monatlich, blinde Kinder und Jugendliche 476,78 € und blinde Menschen ab 60 Jahren 473,00 €. Ab 60 kann der Differenzbetrag als ergänzende Blindenhilfe nach dem SGB XII hinzukommen. Hochgradig sehbehinderte Menschen ab 16 Jahren erhalten 77 € monatlich. Das Blindengeld wird unabhängig vom Einkommen und Vermögen gezahlt und ist nicht auf die Eingliederungshilfe anrechenbar.
Kfz-Steuer, ÖPNV und Rundfunkbeitrag
Je nach Merkzeichen stehen Kfz-Steuerbefreiung (bei aG, H, Bl), kostenloser Nahverkehr per Wertmarke und Rundfunkbeitrags-Ermäßigung zu. Alle Nachteilsausgleiche im Detail mit Merkzeichen-Übersicht.
Mehrbedarf und Grundsicherung bei Schwerbehinderung
Für Menschen mit Schwerbehinderung, die Bürgergeld oder Grundsicherung beziehen, gibt es Mehrbedarfszuschläge:
- 35 % Mehrbedarf: Beim Bürgergeld für Menschen mit Behinderung, die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder Eingliederungshilfe zur Schul- oder Hochschulbildung nach § 112 SGB IX erhalten (§ 21 Abs. 4 SGB II). Assistenz im Alltag löst diesen Mehrbedarf nicht aus. Bei einem Regelsatz von 563 € sind das 197,05 € zusätzlich pro Monat.
- 17 % Mehrbedarf: Für voll erwerbsgeminderte Personen mit Merkzeichen G. Das sind 95,71 € zusätzlich pro Monat.
Diese Zuschläge werden oft nicht beantragt, obwohl ein Anspruch besteht. Wer unsicher ist, sollte sich beim zuständigen Sozialamt oder einer Beratungsstelle erkundigen. Wer keine Grundsicherung nach dem SGB II oder SGB XII bezieht, kommt für Wohngeld in Frage. Dort zählt eine Schwerbehinderung: Unter bestimmten Voraussetzungen werden bei der Berechnung 1.800 Euro im Jahr vom Einkommen abgezogen (§ 17 Nr. 1 WoGG). Lesen Sie hier, was sich beim Wohngeld 2027 ändern soll.
Nächster Schritt: Persönliche Assistenz beantragen. Ob Alltagsassistenz, Freizeitassistenz oder 24-Stunden-Begleitung: AssistenzPlus organisiert Ihre Assistenz in NRW als Sachleistung oder über das Persönliche Budget, in Hessen und Rheinland-Pfalz über das Persönliche Budget, ohne dass Sie sich um die Bürokratie kümmern müssen. Unverbindlich anfragen oder mehr erfahren auf unserer Budget-Info-Seite.
Weiterlesen: Behindertenpauschbetrag Tabelle 2026 | Vermögensfreibetrag Eingliederungshilfe | Nachteilsausgleiche 2026
Welche Leistung passt zu welchem Bedarf?
Die Abschnitte oben zeigen die wichtigsten Geldleistungen. Wer konkret Unterstützung im Alltag braucht, etwa im Haushalt, bei Behördengängen, in der Freizeit oder rund um die Uhr, sollte zusätzlich Leistungen der Eingliederungshilfe prüfen, als Sachleistung oder als Persönliches Budget. Die Assistenz übernimmt dann ein Assistenzdienst wie AssistenzPlus. Wir sind in NRW (LVR und LWL), Hessen (LWV) und Rheinland-Pfalz tätig, zum Beispiel hier:
- Persönliche Assistenz Köln (LVR)
- Persönliche Assistenz Bonn (LVR)
- Persönliche Assistenz Aachen (LVR)
- Persönliche Assistenz Dortmund (LWL)
- Persönliche Assistenz Münster (LWL)
- Persönliche Assistenz Bochum (LWL)
Alle 80+ Standorte ansehen oder kostenlos beraten lassen.
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