Persönliche Assistenz Hessen
Persönliche Assistenz in Hessen: Anspruch, Antrag beim LWV, Persönliches Budget, Vermögensfreibetrag 71.190 €. AssistenzPlus berät kostenlos.
Von der AssistenzPlus-Fachredaktion · Stand: Juni 2026
Was ist persönliche Assistenz?
Hinweis zur Finanzierung: AssistenzPlus erbringt Assistenz in Hessen derzeit über das Persönliche Budget nach § 29 SGB IX. Der LWV bewilligt das Budget, Sie beauftragen damit AssistenzPlus. Für Sie bleibt die Assistenz kostenfrei, solange Einkommen und Vermögen unter den Grenzen liegen. Wir begleiten den Antrag beim LWV.
Persönliche Assistenz bedeutet: Menschen mit Behinderung bestimmen selbst, wer sie wann und wie unterstützt. Eine Assistenzkraft übernimmt die Tätigkeiten, die behinderungsbedingt nicht allein möglich sind, im Haushalt, bei der Körperpflege, unterwegs, in der Freizeit oder rund um die Uhr.
Die Grundsätze:
- Die Assistenzkraft richtet sich nach den Anweisungen der Assistenznehmerin oder des Assistenznehmers.
- Selbstbestimmung geht vor Versorgung, Bevormundung ist ausgeschlossen.
- Der Umfang richtet sich nach dem individuellen Bedarf, nicht nach Pauschalen.
Rechtsgrundlage sind die Assistenzleistungen nach § 78 SGB IX in Verbindung mit der Eingliederungshilfe. Seit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) gelten bundesweit verbesserte Einkommens- und Vermögensregeln.
Wer hat Anspruch auf persönliche Assistenz in Hessen?
Anspruch haben Menschen mit körperlicher, geistiger, seelischer oder Sinnesbehinderung, deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wesentlich eingeschränkt ist (§ 99 SGB IX). Auch eine drohende Behinderung genügt.
In Hessen ist der LWV Hessen (Landeswohlfahrtsverband) als überörtlicher Träger für die Eingliederungshilfe Erwachsener zuständig, mit Hauptverwaltung in Kassel und Regionalverwaltungen in Darmstadt und Wiesbaden.
Die finanziellen Regeln sind bundesweit gleich:
- Vermögen bis 71.190 € (Stand 2026) bleibt geschützt.
- Partnereinkommen und Partnervermögen werden seit 2020 nicht angerechnet.
- Ein Eigenanteil fällt nur bei Einkommen über den Freigrenzen an (85 % der Bezugsgröße bei Erwerbseinkommen, 60 % bei Renten), und dann monatlich 2 % des übersteigenden Jahreseinkommens (§ 137 SGB IX).
Welche Formen persönlicher Assistenz gibt es?
Persönliche Assistenz deckt alle Lebensbereiche ab:
- Alltagsassistenz: Haushalt, Körperpflege, Einkauf, Behördengänge
- Freizeitassistenz: Sport, Kultur, Reisen, soziale Aktivitäten (§ 113 SGB IX)
- 24-Stunden-Assistenz: Rund-um-die-Uhr-Versorgung im Schichtbetrieb
- Elternassistenz: Unterstützung bei der Kinderversorgung (§ 78 Abs. 3 SGB IX)
- Schulassistenz: Begleitung im Unterricht (§ 112 SGB IX / § 35a SGB VIII)
Viele Assistenznehmer kombinieren mehrere Formen. Der Umfang wird im Teilhabeplanverfahren individuell ermittelt, bei Erwachsenen durch den LWV, bei Schulkindern durch den Landkreis oder die kreisfreie Stadt, ohne pauschale Stundenobergrenzen.
Wie beantrage ich persönliche Assistenz in Hessen?
Der Weg zum bewilligten Antrag in fünf Schritten:
- Erstberatung: Kostenlos bei AssistenzPlus oder einer EUTB-Stelle in Ihrer Nähe. Wir klären Bedarf und Zuständigkeit.
- Antrag beim LWV Hessen: Der Antrag auf Eingliederungshilfe ist formlos möglich und wahrt die Frist. AssistenzPlus reicht alle Unterlagen formgerecht ein.
- Bedarfsermittlung: Der LWV ermittelt den individuellen Bedarf mit dem hessischen Teilhabeplanverfahren (PiT, Personenzentrierte integrierte Teilhabeplanung). Das Gespräch findet auf Wunsch zu Hause statt.
- Teilhabeplankonferenz: Mit allen Beteiligten wird festgelegt, welche Leistungen in welchem Umfang bewilligt werden.
- Bewilligung und Start: Nach dem Bescheid organisiert AssistenzPlus die passenden Assistenzkräfte. Bei Ablehnung legen wir Widerspruch ein (Frist: ein Monat).
Zum Ausdrucken: Checkliste: Persönliche Assistenz beantragen (PDF)
Wie wird persönliche Assistenz in Hessen finanziert?
Zwei Wege führen zur finanzierten Assistenz:
- Sachleistung: Der LWV beauftragt und bezahlt den Assistenzdienst direkt. Sie erhalten die Leistung ohne eigenes Abrechnungsrisiko.
- Persönliches Budget (§ 29 SGB IX): Sie erhalten ein monatliches Geldbudget auf Ihr Konto und bezahlen damit Ihren Assistenzdienst. Gleiche Leistung wie bei der Sachleistung, nur die Abrechnung läuft über Sie. Mehr dazu im Budget-Info-Zentrum.
Leistungen der Pflegekasse (Pflegegeld, Pflegesachleistung, Entlastungsbetrag von 131 €/Monat) können zusätzlich einfließen. Mit AssistenzPlus läuft die Finanzierung in Hessen über das Persönliche Budget nach § 29 SGB IX: Der LWV bewilligt das Budget, Sie beauftragen damit AssistenzPlus. Für Sie bleibt die Assistenz kostenfrei, solange Einkommen und Vermögen unter den Grenzen liegen. Wir begleiten Antrag und Abwicklung. Machen Sie den kostenlosen Anspruch-Test.
Wo finde ich persönliche Assistenz in Hessen?
AssistenzPlus organisiert persönliche Assistenz in ganz Hessen, unter anderem in:
- Rhein-Main: Frankfurt am Main, Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach, Main-Taunus-Kreis, Hochtaunuskreis, Wetteraukreis
- Mittel- und Nordhessen: Kassel, Gießen, Marburg-Biedenkopf, Fulda, Lahn-Dill-Kreis
- Südhessen: Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Odenwaldkreis
Die vollständige Übersicht finden Sie auf unserer Standortseite. Wir sind außerdem in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aktiv. Wenn Ihr Wohnort nicht aufgeführt ist: Fragen Sie uns, meist können wir auch in angrenzenden Regionen unterstützen.
Häufige Fragen: Persönliche Assistenz Hessen
- Wer ist in Hessen für persönliche Assistenz zuständig?
- Der LWV Hessen (Landeswohlfahrtsverband) ist als überörtlicher Träger der Eingliederungshilfe für erwachsene Menschen mit Behinderung zuständig. Die Hauptverwaltung sitzt in Kassel, Regionalverwaltungen gibt es in Darmstadt und Wiesbaden. Der Antrag ist formlos möglich.
- Was kostet persönliche Assistenz in Hessen?
- Bei bewilligter Eingliederungshilfe übernimmt der LWV die Kosten. Vermögen bis 71.190 € (2026) bleibt geschützt, Partnereinkommen wird nicht angerechnet. Ein Eigenanteil fällt nur bei Einkommen über den Freigrenzen an. Mit AssistenzPlus läuft die Finanzierung über das Persönliche Budget nach § 29 SGB IX: Der LWV bewilligt das Budget, Sie beauftragen damit AssistenzPlus.
- Wie lange dauert die Bewilligung beim LWV Hessen?
- Je nach Region und Fallkomplexität mehrere Wochen bis wenige Monate. Ein formloser Antrag wahrt sofort die Frist, Unterlagen können nachgereicht werden. AssistenzPlus bereitet alle Dokumente vor und hält den Kontakt zum LWV, das verkürzt die Bearbeitung spürbar.
- Gibt es das Persönliche Budget auch in Hessen?
- Ja. Das Persönliche Budget nach § 29 SGB IX gilt bundesweit, also auch beim LWV Hessen. Sie erhalten ein monatliches Geldbudget auf Ihr Konto und bezahlen damit Ihren Assistenzdienst wie AssistenzPlus. Gleiche Leistung wie bei der Sachleistung, nur die Abrechnung läuft über Sie.
- Kann ich von einem anderen Anbieter zu AssistenzPlus wechseln?
- Ja, jederzeit. Die Bewilligung gehört Ihnen, nicht dem Anbieter. AssistenzPlus übernimmt die Abstimmung mit dem LWV und gestaltet den Übergang ohne Versorgungslücke. Wie der Wechsel abläuft, zeigt unsere Seite zum Assistenzdienst-Wechsel.
- Arbeitet AssistenzPlus auch an der Grenze zu NRW und Rheinland-Pfalz?
- Ja. AssistenzPlus ist in NRW und Rheinland-Pfalz aktiv. Entlang der Landesgrenzen organisieren wir Assistenz auch über Bundeslandgrenzen hinweg. Zuständig bleibt jeweils der Träger Ihres Wohnorts.
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