Hausnotruf 2026: Kosten, Antrag und Anbieter im Überblick
Ein Hausnotruf ist ein kleiner Sender, den Senioren oder Menschen mit Behinderung als Armband oder Kette tragen. Per Knopfdruck wird eine Notrufzentrale alarmiert, die rund um die Uhr besetzt ist. Mitarbeitende rufen dann Angehörige, den Rettungsdienst oder einen Bereitschaftsdienst. Für viele Haushalte ist das System die zentrale Absicherung bei Stürzen, Schwindel oder plötzlicher Hilflosigkeit. Die Pflegekasse zahlt einen festen Zuschuss, sobald ein Pflegegrad vorliegt.
Was kostet ein Hausnotruf im Jahr 2026?
Die Basistarife der großen Anbieter liegen aktuell zwischen 25 und 35 Euro im Monat. Hinzu kommt eine einmalige Anschluss- und Einweisungsgebühr von etwa 10 bis 50 Euro, je nach Vertragspartner. Das Basisgerät besteht aus einer Sendebox in der Wohnung und einem tragbaren Funksender. Die Reichweite liegt bei 30 bis 50 Metern, was Wohnung und kleinen Garten abdeckt. Ein mobiler Hausnotruf mit GPS-Funktion kostet 35 bis 70 Euro monatlich und eignet sich für aktive Personen, die auch unterwegs abgesichert sein wollen. Der Mehrpreis ist meist Eigenanteil, da die Pflegekasse nur den klassischen stationären Hausnotruf bezuschusst.
Pflegekasse-Zuschuss nach §40 SGB XI
Der Hausnotruf ist offiziell als Pflegehilfsmittel anerkannt. Rechtsgrundlage ist §40 SGB XI. Bis Ende März 2026 zahlt die Pflegekasse 25,50 Euro pro Monat. Ab dem 1. April 2026 steigt der Zuschuss auf 27,00 Euro monatlich. Zusätzlich gibt es einen einmaligen Zuschuss von 10,49 Euro für Installation und Einweisung. Voraussetzung ist ein anerkannter Pflegegrad von 1 bis 5. Die meisten Kassen verlangen außerdem eine Begründung, etwa Alleinleben, erhöhte Sturzgefahr oder eine chronische Erkrankung. Eine ärztliche Verordnung ist nicht nötig. Der Zuschuss läuft unabhängig vom Entlastungsbetrag von 131 Euro und schmälert keine anderen Pflegeleistungen.
So funktioniert der Antrag
Der einfachste Weg führt direkt über den Anbieter. Malteser, Johanniter, DRK und ASB rechnen den Pflegekassenzuschuss im Hintergrund mit der Versicherung ab. Versicherte zahlen nur den Eigenanteil, falls der monatliche Tarif über dem Zuschuss liegt. Wer noch keinen Pflegegrad hat, kann das System trotzdem nutzen, zahlt dann aber den vollen Betrag selbst. Wer einen Pflegegrad beantragen möchte, findet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in unserem Ratgeber zur Pflegegrad-Beantragung 2026. Wichtig: Den Vertrag erst abschließen, wenn klar ist, dass der Anbieter die Direktabrechnung mit der Pflegekasse anbietet. Sonst muss der Versicherte in Vorleistung gehen und Belege selbst einreichen.
Anbieter im Vergleich
Die größten Anbieter in Deutschland sind die Wohlfahrtsverbände. Die Malteser bieten bundesweit Hausnotruf mit eigener Notrufzentrale und Bereitschaftsdienst. Bei den Johannitern beträgt der Monatstarif 27 Euro, was ab April 2026 komplett vom Zuschuss gedeckt wird. Das Deutsche Rote Kreuz arbeitet regional und hat in vielen Kreisen eigene Servicepunkte. Der Arbeiter-Samariter-Bund deckt ebenfalls bundesweit ab und bietet zusätzliche Pakete mit Schlüsselbox-Service. Diese Box hängt außen am Haus und enthält einen Schlüssel für den Rettungsdienst. Das spart im Notfall aufgebrochene Türen, kostet aber meist 5 bis 10 Euro Aufschlag pro Monat. Caritas und private Anbieter wie Libify oder Vitakt runden das Angebot ab. Wer den Hausnotruf mit weiteren Pflegeleistungen kombinieren möchte, etwa mit der Eingliederungshilfe, sollte sich vorher beraten lassen.
Wann lohnt sich der Hausnotruf?
Sinnvoll ist das System für alle, die allein leben und ein erhöhtes Risiko für Stürze oder Notfälle haben. Auch Menschen mit Epilepsie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder kognitiven Einschränkungen profitieren. Für aktive Personen ist der mobile GPS-Notruf eine Alternative, bei dem der Standort an die Zentrale übertragen wird. Tipp: Mehrere Anbieter parallel anfragen und auf Kündigungsfristen achten. Manche Verträge laufen 24 Monate, andere monatlich. Im Trauerfall oder bei Umzug in ein Heim sollte eine kurze Kündigungsfrist möglich sein.
AssistenzPlus unterstützt Klienten in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz dabei, einen Hausnotruf mit weiteren Leistungen sinnvoll zu kombinieren. Wer einen Assistenzdienst und einen Hausnotruf zusammen nutzt, baut ein engmaschiges Sicherheitsnetz auf. Unsere Beraterinnen und Berater helfen bei Antragsfragen, Pflegekasse-Korrespondenz und der Kombination mit dem Persönlichen Budget. Mehr Informationen gibt es im Budget-Info-Zentrum oder direkt im persönlichen Gespräch über unser Kontaktformular.